Welches Bild habe ich von Gott?
Bevor ich beantworten kann, wer Gott für mich ist,
muss ich fragen:
Welches Bild habe ich von Gott?
Bevor ich erzähle, welche Gedanken ich zu dem Thema habe,
möchte ich Dich einladen, Dich selbst zu fragen:
Welches Bild habe ich — bewusst oder unbewusst — vom göttlichen Geheimnis?
Zwei Gottesbilder – und ihre Wirkung
Ich möchte zwei Extreme aufzeigen:
Wenn ich gelernt habe, dass Gott zwar barmherzig ist,
andererseits keinen Fehltritt vergisst und seine Gnade nicht vorhersehbar ist,
dass er die einen in den Himmel lässt und anderen den Zutritt verweigert,
und er alle nach dem Tode richtet, streng und gerecht –
dann ist es gruselig, den Psalm 139 zu lesen:
„Von allen Seiten umgibst du mich, Gott.“
Wenn ich mir dagegen Gott als liebevollen Gott vorstelle,
der mit uns geht und sich mit uns entwickelt,
der auch nach dem Tod ein liebevoller Richter ist,
dann ist es schön, diese Worte zu lesen:
„Gott, von allen Seiten umgibst Du mich.“
Was prägt unser Gottesbild?
Worte aus der Bibel werden oft isoliert und aus dem Zusammenhang gerissen,
je nachdem, was ich glaube oder was ich vermitteln will.
So werden unterschiedliche, ja widersprüchliche Gottesbilder weitergegeben und geprägt.
Aber was kommt Gott am nächsten?
Um Licht in dieses Chaos zu bringen, habe ich überlegt:
Wenn ein Buch fehlen würde — oder eine Stelle geschwärzt wäre —
würde die Botschaft, die ich höre, bleiben?




