Leuchten und Strahlen – Licht und Schatten – Berührung und Entwicklung
Auf dieser Seite nähere ich mich dem göttlichen Geheimnis über das Bild des Lichtes.
Das Göttliche Geheimnis ist für mich nicht fern, sondern spürbar nah in meinem Leben, in meinen Alltag.
Ich möchte hier wie Strahlen vier Themen verbinden:
Ich lade ein zu entdecken, wie dein Licht leuchten kann.
Das göttliche Licht in mir
Du in mir ich in Dir
So erfahren Menschen das göttliche Geheimnis – es ist in mir, es kann in mir strahlen, Gott ist in mir und ich bin Teil Gottes. Gott ist da nicht fern, sondern nah, in mir, in jedem Menschen. Und eine Aufgabe von mir in diesem Leben ist es immer wieder, dieses göttliche Licht zu stärken, zum Strahlen zu bringen.
Im Neuen Testament steht einerseits:
Jesus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht im Dunkeln tappen sondern das Licht des Lebens haben. (Johannesevangelium, 8,12)
Jesus spricht auch: Ihr seid das Licht der Welt.
Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen bleiben. Man zündet nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es allen, die im Hause sind. (Matthäusevangelium 5,14-15)
Das scheint erstmal ein Widerspruch zu sein. Ist nun Jesus das Licht der Welt oder sind wir das Licht? Es ist kein Widerspruch sondern es zeigt: Das Göttliche ist in mir, in jeder von uns. Und in Jesus hat dieses göttliche Licht so stark geleuchtet, dass es mich lockt, ihm nachzufolgen.
Dass das göttliche Licht auch in mir leuchtet, das gibt mir Hoffnung. Es läßt mich selber wachsen, und deswegen bin ich nicht klein und bedeutungslos. KeineR ist das. Und ich fühle mich mitverantwortlich für die Ausbreitung des Lichts, denn mein Tun macht etwas aus.
O du mein Gott gib mir Licht
stärke mein Licht
mache mich zu Licht
Wenn Du dazu meditieren möchtest, zünde eine Kerze an, finde in Deine Meditationshaltung.
Stell dir vor, dass göttliches Licht dich umfließt und durch dich hindurchfließt.
Wie dieses göttliche Licht in dir immer stärker wird.
Du bist Teil des göttlichen Lichtes und dieses Licht leuchtet in Dir und durch Dich.
Bei dieser Vorstellung folge Deinem Atem. Falls deine Gedanken wandern, kehre zu deinem Atem zurück. Kehre zu der Vorstellung des Lichts in dir zurück.
Beende die Meditation nach ca. 10min.
LICHT und SCHATTEN
Jeder Mensch wird mit Licht im Herzen geboren. Ich sehe es an Kindern, die strahlen, als ob ihnen bewusst ist, welchen Schatz sie in sich tragen.
Dann erleben Kinder die Welt, manche überwiegend bergend und beschützend, manche wechselhaft, manche sogar gewalttätig, manche so hart, dass sie nicht im Leben bleiben können. Alle werden vom außen, von den Erfahrungen, vom Leben geformt, wachsen, gedeihen, lernen lügen, sich durchkämpfen, werden enttäuscht, ihr Herz blutet, sie passen sich an oder revoltieren, als kleine oder als große Menschen. Alle geben ihr Erlebtes irgendwie weiter, ob heilsam oder zerstörend. Alle tragen Blessuren davon, manche verbittern, manche wissen, dass durch diesen Riss im Herzen das Licht strahlt (Rumi).
Jeder Mensch hat LICHT und Schatten.
Nur Licht zu sein – das geht nicht, wir können nicht nur in der Sonne leben. Das Leben besteht aus Konturen und Formen.
Bei allen scheint es, als ob der Schatten das Licht formt und das Licht die Schatten. Alle scheinen einen Auftrag zu haben, dass sie ihr Licht entwickeln sollen. Und dazu gehört auch die Erfahrung von Schatten. Vor dem Leid können wir nicht weglaufen oder es mit positivem Denken ignorieren. Schatten und Leid sind auch da. Wie das Licht. (Ohne Schlamm kein Lotus – Wie wir Leid verwandeln – Thich Nhat Hanh)
Menschen entwickeln sich, werden älter und hoffentlich weiser. Niemand kann zurück, wieder ein „unschuldiges“ Kind sein.
Um uns zu entwickeln, müssen wir unsere Schatten integrieren, nur so werden wir vollständig. Das zu wissen hat mich milder gemacht – zu mir und zu anderen.
Manche vergessen ihr Licht, oder glauben nicht an ihr Licht. Alle sind wir Kinder Gottes auf dieser Erde, in denen das göttliche Licht leuchtet und die ihr eigenes Licht haben. Und das gilt es zu entwickeln.
Für mich ist eine Art, mein Licht scheinen zu lassen, indem ich andere unterstütze, ihr Licht zu finden … dazu machen wir u.a. Veranstaltungen, oder gestalten diese Seite.
Wo leuchtet dein Licht (wieder)? Wie kannst Du Dein eigenes Licht entwickeln?
In der Nacht können wir Sterne sehen –
Wenn Symbole ausschließen und nicht nähren.
„Was predigst du Weihnachten?“, fragte mich Stephanie, eine presbyterianische Pfarrerin in den USA.
„Ich predige über Licht – dass mit Jesus das Licht in die Welt gekommen ist. Dass die Hirten selbst von Licht umgeben waren.“
„Das ist schön“, sagte sie, „aber das kann ich hier nicht so predigen.“
„Warum nicht?“, fragte ich erstaunt.
„Weil Licht mit Weiß verbunden wird – und Dunkelheit mit Schwarz.“
Ich war irritiert. „Das kann doch nicht sein“, sagte ich. „Das ist ja dumm.“
„In einer Welt, in der Rassismus Teil der Geschichte ist und bis heute wirkt, ist das nicht dumm“, antwortete sie ruhig. „Habt ihr keinen Rassismus bei euch?“
„Doch – eher gegen Migranten. Früher auch gegen Polen oder Russlanddeutsche.“
„Polen sind Slawen – daher kommt doch auch slave …“
„Ooh.“ Ich wurde nachdenklich.
Stephanie fuhr fort:
„Es ist nicht so, dass ich Licht und Dunkelheit gar nicht verwenden kann – aber ich muss sicherstellen, dass Dunkelheit nicht immer und ausschließlich mit Bösem, Sünde oder Schlechtem gleichgesetzt wird und Weiß nicht immer und ausschließlich mit Gutem, Heiligem oder Reinem. Wenn diese Bedeutungen ständig miteinander verknüpft werden – und das in einer Sprache, die historisch rassistisch geprägt ist – dann verstärken wir ungewollt diese schädlichen Botschaften.“
Sie erzählte von Studien in den USA, in denen Kinder Bilder von weißen und schwarzen Kindern gezeigt bekommen – ohne Kontext. Und gefragt werden: „Welches Kind ist gut, welches ist böse?“
Viele zeigen auf das schwarze Kind und sagen: „Das ist das böse.“
Nicht, weil sie es bewusst gelernt haben – sondern weil sie es aus Sprache, Bildern und Kultur aufgenommen haben.
„Wenn ich durch diesen kleinen Schritt helfen kann, stereotype Muster ein wenig zu lockern – dann will ich ihn gehen.“
Ich begriff langsam, wie differenziert und tief diese Feststellungen waren – und bekam großen Respekt. Ich begriff: Wir, d.h. alle weißen Menschen in Deutschland haben die Wahl, ob wir uns mit Rassismus beschäftigen oder nicht. Wir leiden nicht darunter.
Doch alle, die mit Rassismus oder anderen Vorurteilen täglich konfrontiert sind, müssen sich damit beschäftigen, müssen einen Umgang damit lernen.
Wie Debby Irving in ihrem Buch Waking up White beschreibt: Wir tun oft so, als ginge uns das nichts an.
Auch in der deutschen Sprache und Kultur steckt viel Rassismus und Diskriminierung.
„Weiße Weste“, „Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann?“ und für die Kinogänger*innen von uns: In Star Wars ist „Die dunkle Seite der Macht“ immer böse.
Das N*-Wort, sagen viele, sei „doch gar nicht so schlimm“, denn „N*küsse sind doch lecker, oder?
People of Color erleben auch hier Diskriminierung – beginnend mit Sätzen wie:
„Wo hast du denn so gut Deutsch gelernt?“ „Äh, von meiner Mutter – sie ist übrigens auch schwarz und wurde hier geboren.“
Kirchengeschichtlich und in Symbolsystemen wie Yin und Yang gilt Weiß als aktiv, männlich – Schwarz als passiv, weiblich.
Unbewusst ist es kulturgeschichtlich tief verankert: Licht = gut, Dunkelheit = böse.
Die afroamerikanische Bibelwissenschaftlerin und episcopale Priesterin Dr. Wil Gafney zeigt auf, dass jetzt Dunkelheit und Licht oft rassistisch gelesen wird, aber es zu Jesu Zeiten nicht so war: „Diese gute Nachricht ist in der starken Sprache von Licht und Dunkelheit, Schatten und Herrlichkeit formuliert. Und es ist für uns Amerikaner viel zu leicht, diese Worte durch die Brille unserer rassistischen Geschichte zu hören. Uns wird von klein auf beigebracht, dass alles Helle und Weiße gut ist – und alles Dunkle und Schwarze schlecht. Selbst wenn wir nicht bewusst darüber nachdenken, ist es im Hintergrund unseres Denkens präsent. Für uns ist Rasse immer mit im Raum. Aber für Johannes, Jesus und ihre Welt war das nicht so.“
Verrückt, wie sehr Sprache wirkt.
Ich habe mich meiner Unwissenheit und Ignoranz geschämt –gerade weil ich mich selbst als fortschrittlich wahrnehme.
Und gleichzeitig ist mir klar geworden:
Auch Licht und Dunkelheit sind Vorurteile.
Licht kann grell oder versengend sein.
Dunkelheit kann Schutz sein – und der Ort, an dem wir Sterne erkennen.
Als ich mich selbst zu lieben begann …
(Charlie Chaplin in seiner Rede zum 70. Geburtstag)
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das gesunden Egoismus,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick,
wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.
Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !
Bin ich als Kind Gottes immer nur klein und abhängig?
Manche haben das Bild: Wer an Gott glaubt, sei von ihm abhängig — klein, sündig, auf Gnade angewiesen. Gott sei groß, unnahbar, oft sogar strafend und zornig.
Dieses Gottesbild schreckt mich ab. Denn wie Jesus kann und will ich nicht an einen zornigen und strafenden Gott glauben.
Schauen wir auf die Geschichte von der Fast-Opferung des Isaak durch seinen Vater Abraham: Abraham ist bereit, seinen Sohn zu opfern. Im letzten Moment greift Gott ein und macht deutlich: Gott will keine Menschenopfer. Dadurch wurde Gott würdig, der Gott Israels zu sein, so heißt es.
Immer wieder lesen wir — im Alten wie im Neuen Testament — von einem Gott, der liebt, gerecht ist und uns zuerst angenommen hat, damit wir lieben können.
Doch manche Meenschen bleiben hier in einer geistlichen Schleife stecken: ich bin sündig – Jesus hat mich erlöst – ich werde wieder sündig – Jesus hat mich wieder erlöst. Ein Kreislauf ohne Wachstum.
Kinder Gottes — aber nicht auf ewig klein
Jesus sagt: „Betet: Vater unser im Himmel.“ Damit zeigt er: Gott ist nicht fern, sondern nah. Er ist Beziehung, nicht bloße Autorität. Jesus nennt ihn Vater — wir dürfen ihn ebenfalls so nennen. Wir sind keine Fremden, sondern Kinder Gottes.
Aber: Bleiben wir in der Rolle der kleinen, bedürftigen Kinder?
So wie sich die Beziehung zu unseren Eltern wandelt, wenn wir wachsen, sollte sich auch unsere Beziehung zu Gott entwickeln. Gott hat uns Herz, Verstand, Körper und Verantwortung geschenkt. Wir dürfen reifen und selbst gestalten.
Erwachsene Beziehung zu Gott
Paulus schreibt: „Ihr seid nicht mehr Gäste und Fremde, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.“ (Eph 2,19)
Das heißt: Wir sind nicht Chef, aber Mitgestaltende. Das heißt aber auch, dass wir Verantwortung übernehmen. Für unser Leben. An Gottes Werk mitzugestalten, mitzubauen.
Jesus sagt: „Ihr seid das Licht der Welt … So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten.“ (Mt 5,14–16)
Ein Licht ist da, um zu leuchten. Als Kinder Gottes sind wir nicht nur klein oder abhängig. Wir tragen Verantwortung, dürfen leuchten, wirken, lieben — in Verbindung mit dem göttlichen Licht.
Das ist meine Aufgabe:
Mein göttliches Licht in mir leuchten zu lassen.
Wenn ich Gottes Licht begegne …
„Gottes-berührungen“
Der Psychologe A. Maslow hat es „peak-experience“, übersetzt „Gipfelerlebnis“, genannt. Eine Erfahrung, die über das eigene ICH hinausgeht, transzendental ist, sinnstiftend. In diesem Erleben, dieser mystischen Erfahrung, scheint sich ein anderer Horizont zu öffnen, das Denken ist klarer als sonst im Alltagsleben. Solch ein Erlebnis beinhaltet oft ein tiefes Wissen von Sinnhaftigkeit oder Frieden, Verbundenheit mit Allem oder die Erfahrung von einer allumfassenden Liebe.
Solche Gipefelerlebnisse können ganz unterschiedlich ausgelöst werden – durch ein (biblisches) Wort, einen Trost, einen Sonnenstrahl, einen Klang, oder einfach nur so …
In der Bibel selbst finden sich viele dieser Gipfelerlebnisse, Gottesbegegnungen oder Gottesberührungen: der brennende Dornbusch bei Mose, die Verklärung Jesu auf dem Tabor, das Damaskuserlebnis des Paulus …
Auch ich, Esther Sühling, habe eine solche Berührung erfahren. Zuerst wollte ich sie nicht wahrhaben – und habe sie verdrängt. Das tat mir jedoch nicht gut und war meiner Gesundheit abträglich.
Erst als ich es ernst nahm und mich ihm annähern konnte, habe ich verstanden, wie viele Menschen Ähnliches erleben. Doch oft fällt es schwer, mit solchen Erfahrungen umzugehen:
Manche ignorieren sie (wie ich)
Andere versuchen, sie wegzuerklären oder kleinzureden.
Und manchen steigen sie zu Kopf.
Wer Gottesberührungen ernst nimmt, kann daraus viel Kraft für sein Leben schöpfen. Maslow nennt sie einen wichtigen Faktor für psychische Gesundheit und persönliche Resilienz (Litereratur: Abraham Maslow: „Jeder Mensch ist ein Mystiker“).
Was hilft mir, mit Gottesberührungen umzugehen?
Ich gebe Ihnen Raum. Ich gebe ihnen Zeit. Ich drücke sie aus im Schreiben, in Musik, im Malen und auch in der Stille. Ich tausche mich mit anderen aus, setze mich damit auseinander.
Meine geistliche Begleiterin hat mich dabei gut unterstützt.
Solche Wegbegleitung ist wichtig, daher haben wir auch hier auf der Internetseite eine Liste erstellt und einige wesentliche Informationen hinzugefügt.
Vor allem aber hilft mir die Entscheidung:
Diese Erfahrung darf sein. Ich darf wachsen. Mein Licht – Gottes Licht in mir darf leuchten.