Ich mit … zu Gott

Ich mit anderen zu Gott

Brauche ich überhaupt andere – kann ich meinen Weg nicht alleine gehen?

In der nebenstehenden Bibelstelle erfahren Hirten von der Geburt des Heilands. Ein Hirte hätte vielleicht gedacht: “Alles dummes Zeug”, Phantastereien oder auch nur: “O Gott, was für ein Traum”. Aber dadurch, dass es mehrere waren, konnten sie ihre Erfahrungen abgleichen und dann losziehen.
Auch nachdem sie Jesus gesehen hatten, mussten sie darüber reden. Der Weg ist kein einsamer und funktioniert auch nicht ausschließlich alleine.

Es gibt viele Gemeinschaften, manche mehr verbindlich, wie z.B. Orden, Klöster oder Kommunitäten, die konfessionell sind oder konfessionsübergreifend, diese können nicht alle hier dargestellt werden.
Neben den bekannten Kommunitäten z.B. Taizé, Michaelsbruderschaft, iona-community oder auch VIA CORDIS gibt es auch kleine Gemeinschaften wie Hauskreise, Betgruppen, Lebenswortgruppen, etc.

Der buddhistische Zen-Meister Thich Nhat Hanh schrieb einmal (sinngemäß): “Du kannst überall Mönch sein, auch im Puff. Aber besser ist es, du bist es im Kloster.”

Egal, für welche Gruppe Sie sich oder Du Dich entscheidest, egal, welche Gruppe Sie oder Du gründest – wichtig ist bei allen Gruppen der gegenseitige Respekt vor dem Lebens- und Glaubensweg des /der anderen. Auseinandersetzung – ja. Anderen zu sagen, dass dies oder das der einzige Weg ist – nein danke. (siehe auch: spiritueller Missbrauch)

Aber es gibt nicht nur die Möglichkeit des Redens – ich kann auch Gott näherkommen bzw. meinen Weg zu Gott finden durch gemeinschaftlichen Tanzen, Musik, Singen, Einkehrtagen, Meditieren, essen,  etc.
“Wenn zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, bin ich mitten unter ihnen.” spricht Jesus (Matthäus18,20)

Die Hirten – damals auf dem Feld? Alleine wären sie nie losgegangen …

“Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: “Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.” Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: “Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.” Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.”
(Lukasevangelium 2. Kapitel)

PARTNERSCHAFT – ICH MIT DIR ZU GOTT

Was ist eigentlich – mit meiner Partnerschaft, mit meiner Beziehung?

Egal ob ich mich habe kirchlich trauen lasen, einen Segen erhalten habe… Glaube ist ein Bestandteil des Lebens – auch der Partnerschaft.
Wenn ich mich habe kirchlich trauen oder segnen lassen, dann habe ich Gott bewußt darum gebeten, diese Partnerschaft oder Ehe zu segnen.

Oft haben Paare den Wunsch, ihr Leben gemeinsam zu gestalten, Kinder zu haben, ein Haus zu bauen, ein Unternehmen zusammen aufzubauen und zu führen. Oder gemeinsame Interessen zu leben. Es braucht in jeder Beziehung ein “gemeinsames drittes”, in welcher Art auch immer.

Wir finden, dass auch der bewußte gemeinsame spirtuelle Weg, der Weg mit und zu Gott, ein wichtiger Bestandteil der Beziehung sein kann. Nicht nur, aber auch … Und es liegt sehr viel Kraft darin!

Diesen Aspekt wollen wir wieder in die Aufmerksamkeit rücken. Vielleicht fragen Sie sich auch, wie Sie das göttliche Geheimnis in die Partnerschaft integrieren können? Für uns ist es z.B. durch das gemeinsame meditieren oder beten. Und einer gemeinsamen (Tages-, Wochen-, Jahres-)rückschau: Was war gut/weniger gut heute? Wofür danken und bitten wir? Oder wollen wir einfach nur gemeinsam stille werden?
Denn wenn wir beten, treten wir von uns selber zurück, von unseren Verflechtungen oder Kränkungen und lassen Gott mit auf unsere Beziehung schauen.

Manchmal haben beide verschiedene Glaubensvorstellung, da hilft nur Achtung vor dem Weg des anderen – und sich auf das zu einigen, was miteinander geht. Denn das Wichtigste ist die Liebe, die uns miteinader verbindet – denn: “… die Liebe ist stark wieder Tod.” (Hohelied 8,6)

Vielleicht ist das für Sie etwas Anderes … wir möchten Sie anregen, für sich danach zu suchen … vielleicht mögen Sie es auch uns mitteilen, wenn sie etwas für sich gefunden haben.

Nur liebend ist dein Herz ein Herz

Was ist die Welt, wenn sie mit dir,
durch Liebe nicht verbunden?
Was ist die Welt, wenn du in ihr,
nicht Liebe hast gefunden?

Verklage nicht in deinem Schmerz
des Herzens schönste Triebe.
Nur liebend ist dein Herz ein Herz,
was wär’ es ohne Liebe?

Wenn du die Liebe nicht gewannst,
wie kannst du es ermessen,
ob du ein Glück gewinnen kannst,
ob du ein Glück besessen?
Hoffmann von Fallersleben

ICH MIT MIR ZU GOTT –
ICH AUF MEINEM WEG

EGOISMUS CONTRA INDIVIDUALITÄT

Oft ist vom Ego die Rede, das es zu überwinden gilt. Ja, das mag sein. Aber: meine Individualität ist wichtig. Ist für mich wichtig auf meinem Weg zu Gott. Egoismus contra Individualität heißt es in der Überschrift: Im 43. Kapitel des Buches Jesaja spricht Gott: “Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!” Dieser Vers, der eigentlich dem gesamten Volk Israel galt, wurde im Laufe der Jahre immer mehr ein Spruch für den einzelnen. Jesus hat die Jünger auserwählt, er sagt zu seinen Jüngern (Lukas 20,2):”Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.”
Ich bin – wie alle anderen auch – als Ebenbild Gottes geschaffen. Ich, mit meinen Fähigkeiten, Verantwortung, Licht und Schattenseiten bin auf meinem Weg zu Gott, in Gott, bei Gott. So wie ich jetzt bin, nicht für aber auch mit meiner Leistung, bin ich liebenswert.

Da ist es nicht unwichtig, was ich denke oder fühle oder wie ich handle. Es ist wichtig, dass ich mit mir umgehen kann – mich selbst erkennen – auch mit Hilfe von anderen. Selbstfürsorge – von manchen als Egoismus abgestempelt – ist grundlegend wichtig, um mein Leben leben zu können, meinen eigenen Weg gehen zu können. Denn wenn ich mich nicht um mich kümmere – wer tut es dann. Und wenn Menschen meinen, wenn ich mich aufgebe, geschähe der Wille Gottes – sorry, da stehen noch viele “andere Willen” von anderen Menschen dazwischen. “Wenn ich sterbe und vor Gottes Thron stehe”, so sagte wohl einst Rabbi Zuchya, ” wird er mich nicht fragen: warum bist Du nicht Moses gewesen, warum bist Du nicht Elia gewesen. Er wird mich fragen: “Warum bist Du nicht Du selber gewesen?” Mit diesen und folgenden Sprüchen möchte ich Sie ermutigen, Sie selber zu sein. Ihre Individualität zu leben, mögen es andere auch Egoismus nennen.

Meister Eckhart schrieb: “Keiner kann Gott erkennen, der sich nicht zuvor selbst erkenne. Niemand kann kommen in Gottes Grund, der nicht zuvor komme in seinen eigenen Grund.”

Luther schrieb: “Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es reinigt sich aber alles.”

Und egal, an welcher Stelle ich stehe – ob es schnell vorangeht, langsam oder manchmal auch gar nicht – ich bin in allem ein Kind Gottes.

SCHALE DER LIEBE

Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale, nicht als Kanal,
der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt,
während jene wartet, bis sie gefüllt ist.
Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt,
ohne eigenen Schaden weiter, denn sie weiß,
dass der verflucht ist, der seinen Teil verringert…
Wir haben heutzutage viele Kanäle (in der Kirche),
aber sehr wenige Schalen.
Diejenigen, durch die uns die himmlischen Ströme zufließen,
haben eine so große Liebe, dass sie lieber ausgiessen wollen als dass ihnen eingegossen wird,
dass sie lieber sprechen als hören,
dass sie bereit sind zu lehren; was sie nicht gelernt haben
und sich als Vorsteher über die anderen aufspielen
während sie sich nicht regieren können.
Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugiessen,
und habe nicht den Wunsch, freigebiger als Gott zu sein.
Die Schale ahmt die Quelle nach.
Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See.
Die Schale schämt sich nicht, nicht überströmender zu sein als die Quelle…
Du tue das gleiche!
Zuerst anfüllen und dann ausgiessen. Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen… Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst. Wenn du nämlich mit dir selbst schlecht umgehst, wem bist du gut? Wenn du kannst; hilf mir aus der Fülle, wenn nicht; schone dich.
Bernhard von Clairvaux (1090 – 1153)

Sind wir die “Herren der Schöpfung”?

Nein, das sind wir nicht.

Aber wir zerstören sie.

Im Laufe der letzten Jahrhunderte haben wir Menschen immer weiter in die Natur eingegriffen, und haben auch die Klimaerwärmung, die Umweltverschmutzung und auch die Verschiebung des ökologischen Gleichgewichtes verursacht. 

Es ist schwer, über dieses Thema zu schreiben, weil es so wichtig ist, entscheidend für unsere Zukunft, die Tatsachen klar sind – und trotzdem die Herrschenden so wenig tun. Hier scheint die Welt verkehrt zu sein: Kinder benennen das Problem (fridays for future) stellen klare Forderungen, Wissenschaftler unterstützen sie, Klimaforscher fordern Veränderung, jeder weiß um die Notwendigkeit der Veränderung – und die Regierenden, die Herrschenden, die Erwachsenen ignorieren die Tatsachen und die Kinder, für deren Zukunft sie angeblich alles tun. Sie behaupten, die CO2 Erhöung sei nicht so schlimm und die Menschen wollten keine Einschränkungen. Die Vorstellung seit der Aufklärung ist, dass die Dinge, die ich erforsche und untersuche, sich nicht ändern. Aber das tun sie.

Greta Thunberg spricht in ihrer Rede vor dem Weltklimagipfel:

 How dare you?  Wie können Sie es wagen? Sie haben meine Kindheit mit Ihren leeren Worten gestohlen. Und dabei bin ich noch eine der Glücklichen. Die Menschen leiden, die Menschen sterben, und die Ökosysteme brechen zusammen. Wir sind am Anfang eines Massensterbens und Sie reden alle nur über Geld und erzählen Märchen vom ewigen Wirtschaftswachstum. Wie können Sie es wagen? How dare you? 

Und:  If you choose to failing us we will never forgive you – wenn Ihr Euch entscheidet zu versagen, werden wir euch nie vergeben.

Schwere Worte – aber was erreicht uns – wenn nicht klare Worte?
Es gibt keine erreichbare Erde B – auch wenn es manche glauben wollen.

Es ist schwer, über das Thema Klimaschutz zu schreiben und nicht frustriert zu sein. Nicht wegzusehen, sondern es immer wieder benennen. Denn ich finde es anmaßend, wenn jemand annimmt, dass es schon nicht so schlimm kommen wird.

Können wir Hoffnung haben? Inwieweit trägt Spiritualität und oder gibt uns Kraft auch hinzusehen? Welches Gottesbild wirkt hier?

Denn: Ohne Welt geht es nicht … im Kosmos, auf dieser Welt überall ist Gott gegenwärtig – und wenn ich in mich hineinspüre, ist es der Wunsch der Schöpfung und wohl auch des göttlichen Geheimnisses, dass die Erde wieder heil wird. 

Vor der Europawahl wurde von einem “youtuber” ein Video veröffentlicht, das viele aufgerüttelt hat, weil es gut recherchiert war und Tatsachen benannt hat, die sonst häufig verschwiegen werden. Auch in den Reaktionen wurden nicht die Tatsachen widerlegt, sondern gefordert, dass eine Meinungsäußerung vor einer Wahl im Internet nicht mehr erlaubt sein soll. Ich habe hier den Link zu diesem vieldiskutierten Video von Rezo eingestellt …

Parament in der ev. Kirche 48366 Laer von Claudia Brunke-Gregory

Parament in der ev. Kirche 48366 Laer von Claudia Brunke-Gregory

Wenn Gott seine Schöpfung liebte …

Wenn Gott seine Schöpfung liebte
würde er weinen, sähe er das, was die Menschen tun ..
wäre er zornig und würde die Umwelt erbeben lassen,
damit die Menschen begreifen, was sie da tun …

Wenn Gott seine Schöpfung liebte
würde er den Menschen die Erkenntnisse und Fähigkeiten geben,
dies zu ändern.
würde er ihnen Liebe und Hoffnung ins Herz legen,
die Fähigkeit, Fragen zu stellen, zu protestieren.

Wenn Gott seine Schöpfung liebte
würde er den Menschen als seinen Ebenbildern auch ein Gefühl für diese Schöpfung geben
würde er die Menschen die Schönheit der Schöpfung erkennen lassen …
und ihnen nochmal und nochmal eine Chance geben.

Wenn Gott seine Schöpfung liebte,
dann würde er das alles wirken …

Und …

Er wirkt doch schon alles.

Gott liebt doch schon seine Schöpfung

Wir brauchen nicht auf seine Zeichen warten.

Sie sind schon da.